Archiv für den Monat: Juli 2013

Rumänien zum ersten: Die Hitze des Banat, Timisoara

An der Grenze von Serbien zu Rumänien herrscht trostlose Stille, die Zöllner langweilen sich und wollen genau wissen, was denn nun in den Kisten auf dem Dach zu finden ist (Waffen? Munition?Die grünen Armeekisten brauchen mal einen neuen Farbanstrich…). Es funktioniert der immer gleiche Trick: das hintere Fenster öffnen und den Blick auf die beiden soooo süssen Kleinen freigeben und schon werden wir durchgewunken. Und dann noch ein „La Revedere“ und schon sind wir fast Freunde. Der Start in Rumänien war dann gelinde gesagt grässlich, nach mühsamer Fahrt (wenn Madleina nicht schläft, dann will sie bespast werden oder nölt und schreit. Und die Geschichte des Zwerges Murlibutz zerrt schon arg an unseren Nerven) Ankunft in Timisoara (Hauptstadt des Banat), mitten im Verkehrsgetümmel, alle müde und grässlichster Laune, die Suche nach einem Hotel gestaltet sich schwierig und die Hitze hat uns im Griff. Nun sind wir bei der Mamma in der Casa Leone angekommen, wir werden bemuttert und umsorgt. Das Thermometer klettert täglich nahe an die 40 Grad Grenze, es ist eigentlich viel zu heiss für eine Stadt, wir bleiben trotzdem. Timisoara heisst nicht umsonst Klein-Wien, es wimmelt von Historismus- und Jugendstilbauten. Im Zoo befällt uns leicht das Grauen, den Kinder gefällts trotzdem (na klar, es dürfen alle, Bären und Ziegen im Besonderen, mit weiss Gott was allem gefüttert werden). Zu unserem Glück gibts eine eigene Brauerei mit Biergarten und Frischgezapftem, da kühlen sich auch die heissen Gemüter wieder etwas. Hier finden sich nun auch endlich die wunderbaren alten Kisten auf den Strassen, es wimmelt von Dacias der älteren Bauart (in Serbien gabs auch noch Yugos und Zastavas, die waren auch nicht schlecht).

Und noch ein letztes zum Glauben: nachdem die Armen so lange nicht in die Kirche durften, tun sie es nun mit viel Inbrunst und Häufigkeit. Man betet und spendet und zündet Kerzen an was das Zeug hält. Hoffen wir, dass es was bringt. Und vor den Kirchen gibts immer zwei Metallkästen für die Kerzen: einer für die Toten und einer für die Lebenden. Nur damit da nicht etwas durcheinander kommt. Ein Ave Maria schicken wir euch, eine Kerze zünden wir natürlich auch noch an für euch alle.

Kroatien im Schnelldurchlauf

Entgegen aller Pläne sind wir viel länger in Kroatien geblieben. Darum hier mal eine Zusammenfassung:

Von der Küste ist man in einer Stunde mitten in den Bergen, mit richtiger Jagdhütte und wunderbaren Panodramen

SenjPanorama

HuetteWeiter gehts dann zum Touri-Highlight par excellence, Plitvicer-Seen. Täglich 13’000 Besucher, man wandert im Pulk über die Stege, baden strengstens verboten und zum Fotografieren wird angestanden

Plit2Als nächstes steht die Hauptstadt auf dem Programm. Nicht gerade die richtige Saison (bei mehr als 30 Grad) und mit 2 Kindern und ohne Babysitter lässt sich leider auch das Nachtleben nicht geniessen. Eine Stadt zum Wiederkommen!

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ZG3Zu guter Letzt dann weiter durch den Osten, durch Slawonien, die Wein- und Maiskammer von Kroatien, die gespickt ist mit barocken Kleinstädten. Österreich lässt grüssen.

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Die Stadt heisst übrigens Varazdin (die komischen Striche bei den Buchstaben schenk ich mir mal grosszügig).

Als letztes machen wir dann noch einen längeren Halt in Vucovar, an der serbischen Grenze. Die Stadt wurde fast komplett zerstört, ist nun aber fast wieder aufgebaut und sieht wahrscheinlich besser aus als vor dem Krieg… Das Bild des Wasserturms ging um die Welt, Vucovar hat traurige Berühmtheit erlangt. Heute ist es nach aussen eine friedliche Kleinstadt, innen brodelt es gewaltig, die Kroaten und Serben wollen nichts miteinander zu tun haben, alles ist getrennt, inklusive Schulen.

VU2VU6VU7VU3Das Gelb heisst übrigens Schönbrunner-Gelb, wie treffend.

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Und der olle Schlitten nennt sich ein richtig hübsch aufgemotzter Zastava.

Serbien haben wir im Schnellstdurchlauf passiert, einen Tag Klöster angeschaut (wo ich ein Kopftuch und einen superschicken Synthetic-Rock verpasst gekriegt habe und danach noch eine Stunde Belehrung in gottgefälligem Leben. Wahrscheinlich fruchtet es nicht) und dann noch einen Tag im Thermal-Freibad verplempert und dann gleich weiter nach Rumänien. Da sitzen wir nun in Timisoara (es wird nicht besser mit diesen elenden Häkchen und Dächchen bei den Buchstaben, ich schenk mir auch diese). Das Thermometer zeigt unterdessen 40 Grad und jetzt ist wirklich Schluss mit Hitze. Österreich sind wir immer noch nicht los, aber das ist eine andere Geschichte, jetzt muss ich ins Bett!

Ein erstes Inventar

Die ersten 40 Tage sind verstrichen, Zeit für ein erstes Inventar:
39 Tage Sonne, 2 Gewitter, 17 Mal Calamares gegessen, 45 Mückenstiche an Madleina, ein Paar Hosen geklaut (in der Badi in Udine), ein Doppelstecker und zwei Sonnenbrillen verloren, 3 Nuggis verschollen, 2 Kreuzspinnen im Auto (sehr gross. Souvenirs unserer Offroad Tour, in der Nacht vor dem Schlafen gefunden), ein Amphitheater (in Pula) erklommen und zahlreiche Kirchen abgeklappert (Valentin wie eine gläubige Katholikin die ganzen Geschichten erzählt), tatkräftig mitgeholfen die Überfischung voranzutreiben (meist grilliert genossen), die Plastikweingläser (herzlichen Dank an Sarah und Dimitri!) jeden Abend gut gefüllt, je 3 Bücher gelesen, jeden Tag im Meer oder Pool geschwommen (Madleina kann das unterdessen am besten von uns allen), einmal den Bagages neu organisiert, zweimal früh aufgestanden (um schneller loszukommen und in den kühlen Morgenstunden etwas anzusehen. Hat nicht geklappt, es ist keine Wiederholung geplant), reichlich Mückenmittel versprüht, eine Krankheit kuriert (Valentin mit Fieber bei der Hitze), Kirschen gestohlen, 5kg Aprikosen vertilgt, immer noch in Kroatien, einmal die Abfahrt verschoben (nämlich heute, weil ich zu faul bin und es herrlich finde faul rumzuliegen und ab und an in den Pool zu springen) und mindesten 749 Slowenen und 953 Niederländer auf diversen Campings gesichtet. Hoffen bei euch ist es auch so ereignislos!

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abseits der strasse

wir sind ja mit dem allrad unterwegs, so dass wir ab und zu auch etwas ‚off road‘ fahren können. eigentlich ist der begriff ja etwas irreführend, denn es sind einfach unbefestigte stassen die wir befahren.

unsere erste tour fahren wir im norden der insel Cres. er führt durch verwilderte gärten. das hat den angenehmen nebeneffekt, dass man in den ehemaligen gärten kirschen pflücken kann.

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